Empfehlungen – Mühlen

Quamar Q50E

Technische Daten

 

Direktmahler mit Zentrierbehälter

Mahlscheiben 54mm

200 Watt Motor

Höhe ca. 41 cm

Messwerte: Messwerte Mühlen

Preis: 400 Euro

Qualitäten

Quamar hat mit der Q50E ein recht kleine Mühle auf den Markt gebracht, die sich aufgrund des Preises größerer Beliebtheit erfreut. Der Körper besteht wie vielfach üblich aus einem lackierten Aluminiumblock, wobei bei Quamar vorwiegend glänzende Farben nutzt. 

Sie wiegt rund 7 Kilo und ist mit 41 cm relativ klein und gut für Küchen mit Hängeschränken geeignet. 

Der an der Front montierte Zentrierbehälter sorgt dafür, dass das Kaffeemehl gleichmäßig und mittig aufgehäuft wird und die Mühle gehört nicht zu den Kandidaten, die Kaffeemehl großzügig beim Mahlen zu verstreuen. Der Filterhalter wird an guter Position unterhalb dem Zentrierbehälter auf einer Gabel aufgelegt und muss dann während des Mahlens festgehalten werden.

Obwohl die Mühle nur einen 200-Watt-Motor hat, scheint der doch stets ausreichend zu sein. Eine blockierte Q50 haben wir nie erlebt.

Gut auch: nach einiger Zeit ohne BEschäftigung ’schläft‘ die Q50 ein.

Bedienung

 

Auf dem Zentrierbehälter ist ein Display mit 4 Tasten angebracht. An sich ist das nichts Besonderes, jedoch sieht man zum Beispiel an der 200 Euro teureren Ceado E6P, dass es auch Mühlen ohne eine ordentliche Bedieneinheit gibt.

Man kann über die Tasten zwischen einer und zwei Portionen wählen. Manuelles Nachmahlen geht auch: Einfach die Taste „MAN“ drücken.

Die Mahldauer kann in 20stel Sekunden eingestellt werden. Dazu muss man aber etwas umständlich das Menü nutzen. Keine schlimme Sache, jedoch kann man sagen, dass an der 860 von Conti Valerio sehen kann, wie es bequemer/direkter gehen kann. Trotzdem ist gerade an der Bedieneinheit nichts auszusetzen. Hier wurde alles richtig gemacht.

Die Mühle wird mit einen kleinen Bohnenbehälter ausgeliefert, auf dessen Rand ein Art Gummiprofile aufgesteckt ist, damit der Deckel (der auch bei den großenen Mühlen und Behältern verwendet wird) ordentlich hält. Einfach aber wirksam.

Der Mahlgrad wird an einem großen Kranz eingestellt und über eine einrastende ‚Taster‘ arretiert.

Anmerkungen

Auch wenn die Mühle keinesfalls sehr laut arbeitet, ist sie doch lauter als zum Beispiel eine E6P. Vermutlich hat der Zentrierbehälter seinen Anteil daran – so wie bei der 860 bzw. 865 von Conti Valerio. Bei allen genannten Mühlen bleibt die Geräuschentwicklung aber im Rahmen. 

Nach den Messwerten in Messwerte Mühlen kann man der Mühle eine relativ geringe Abweichung bei den Bezügen nachweisen. In Praxis hat uns diese Mühle aber die meisten ‚Fehlbezüge‘ bei den Temperatur-Messungen der Xenia beschert. Unter Fehlbezug ist in diesem Zusammenhang eine zu große Abweichung des Espresso-Bezuges von den gewünschten 25ml (bzw. 50 ml) in 25 Sekunden gemeint. Die augenscheinlich schlechtere E6P (mit Abweichung von bis zu 1,2 Gramm) hat in der Messungen eine deutliche bessere Figur gemacht. 

Die relativ feine Rasterung der Mahlgradverstellung ist noch ok, wenn auch nicht ideal. Grundsätzlich schätzen wir aufgrund der Erfahrung aus vielen Messungen die Mühlen, die sich stufenlos einstellen lassen. Ob so wie bei der E6P oder – noch besser – wie bei der 860 bzw 865. Manchmal ist es eben doch so, dass man nur einen Tick  gröber oder feiner werden möchte, wenn zum Beispiel eine starke Wetteränderung ein minimales Verändern nötig macht.

Die Gabel des Filterhalters ist oben und unten recht scharfkantig. Man kann das ganz gut an den harten Kanten sehen.

Es wäre wünschenswert, wenn man sich in diesem Details an der Ausführung der 860 bzw 865 ein Beispiel nimmt. Da sind die Kanten gebrochen und schonen das Chrom des Filterhalters. Und man hat bei der 860 ausserdem noch mit einfachen Mitteln eine Auflage geschaffen, so dass man beim Mahlen nicht festhalten muss.

Der Bohnenbehälter ist für diese Mühle einfach zu groß und ausladened. Natürlich versucht man immer nicht zu viele ähnliche Teile zu produzieren, aber gerade dieser schlanken Mühle hätte man viel Gutes getan, wenn man sich zu einem passenden Behälter durchgerungen hätte. Man denkt fast automatisch an ein Ballon.

Zu dieser komischen Dimensionierung gehört auch der Ein-Schalter, der an der schlanken Mühle geradezu unförmig und riesig wirkt.

Fazit

 

Die Q50 ist eine Mühle, die sich keine echte Schwäche erlaubt und die für 400 Euro einen wirklich sehr guten Gegenwert liefert. Nicht umsonst ist sie sicher eine der bliebtesten Mühlen in Deutschland geworden (zusammen mit Ihrer größeren Schwester, der M80). Die beschriebenen ‚Nachteile‘ fallen bei dem Preis nicht wirklich in’s Gewicht und man muss durchaus 100 Euro mehr anlegen, um wirklich eine Mühle zu bekommen, die ‚besser‘ ist.

Da wir uns aber nur eine Mühle für die Xenia auswählen wollen, kann es für uns die Q50E nicht werden. Die X60 von Conti Valerio bietet ein in unseren Augen deutliches besseres Gesamtkonzept mit einer ausgesprochen guten Mahlgradverstellung (die nicht die ganz große Stärke der Q50 ist), einem stimmigeren Design und bietet dazu noch größere Mahlscheiben und einen stärkeren Motor – für einen relativ geringen Aufpreis von 100 Euro.